Der Naturpark Schlern umfasst eine Fläche von rund 6.806 ha, die auf die Gemeinden Kastelruth, Völs am Schlern und Tiers aufgegliedert ist. Der Schlern, der diesem Schutzgebiet den Namen gibt, ist ein charakteristischer Gebirgsstock der westlichen Dolomiten und ein Wahrzeichen Südtirols. Im Naturpark liegen auch die Bergwälder um Tiers, Völs und Seis sowie das von Tiers abzweigende Tschamin-Tal, wo auch das Naturparkhaus Schlern liegt
In Zusammenarbeit mit den Tourismusvereinen der Gemeinden des Naturparks organisiert das Landesamt für Naturparke in den Sommermonaten naturkundliche Wanderungen ( der Veranstaltungskalender) Eigens ausgebildete Wanderführer stehen für diese Wanderungen zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist es, die Besucher des Naturparks auf die Schönheiten, die Sensibilität und die Wechselbeziehungen in der Natur aufmerksam zu machen und zum richtigen Verhalten anzuregen. Die Führungen sollen zu einem nachhaltigen Naturerlebnis werden
Der Schlern wird auf der Seiser, Völser und Tierser Seite von Nadelholzmischwäldern eingerahmt. Der nordöstlich von Seis gelegene Hauensteiner Wald ist vorwiegend aus Fichten und Lärchen, untergeordnet auch aus Föhren, Tannen, Eschen, Birken und Vogelbeeren zusammengesetzt. Der im Naturpark gelegene Völser Weiher ist von Föhrenwald umgeben. Die Höhengrenze des Föhrenwaldes liegt bei etwa 1.600 m. Auf der Völser Seite kommen auch Zirben vor. Der Rücken des Tschafon- und des Tschamintales ist mit Fichten-, Lärchen- und Föhrenhochwald bestückt. Die mit dichtem Unterwuchs aus beerentragenden Zwergsträuchern bewachsenen einsamen Waldabschnitte bewohnt das Auerwild. Spechte und Eulen sind in lückigen Altholzgruppen verbreitet. Typisch für die Bergwälder rings um den Schlern sind der Fichtenkreuzschnabel und die Alpenweidenmeise
Die Almgründe und Matten von Tschapit
Wie aus Sagen und Moorfunden zu schließen ist, waren die Seiser Alm und das Schlerngebiet bis zu einer Höhe von mindestens 2.200 m während vieler Jahrtausende von geschlossenen Nadelwäldern bedeckt. Die durch Brandrodung gewonnenen Mähder bilden einen bunten Teppich aus Heiden, Wiesen und Sumpfvegetation sehr verschiedener Herkunft. Die Quellsümpfe und Bachrinnen beherbergen neben Mehlprimeln und Fettkräutern zahlreiche Moose, Seggen, Wollgräser und Binsen. Die viel gerühmte Blütenpracht der Seiser Alm schrumpft jedoch durch Erschließungsmaßnahmen und den Einsatz von Düngemitteln allmählich auf immer kleinere Flächen zusammen. Der Rote Steinbrech zählt dort mit dem Krokus, den Anemonen und Soldanellen zu den frühesten Blütenpflanzen. Wo nicht mehr gemäht wird, wachsen Alpenrosen. Im Bereich der Waldgrenze und darüber kommt das Birkwild vor. Die Alpendohlen fliegen zur Futtersuche bis an die Berghotels heran. Mit dem Bau von Almhütten förderte der Mensch sogar die Ausbreitung einzelner Arten, wie die des Hausrotschwanzes und des Hermelins.
Die Dolomitenfelsen und Schuttkare
Die Wände des Schlernmassivs haben selbst währen d der stärksten eiszeitlichen Vergletscherung den Firn überragt. Deshalb konnten einige Pflanzen, die so genannten "Endemiten", die Eiszeit überdauern. Als Beispiel seien die Moreti-Glockenblume und die Schopfige Teufelskralle angeführt. Aus der Schlernflora sind weiters die Goldprimel, Facchinis Steinbrech, der Sparrige Steinbrech, der Dolomiten-Mannsschild und die Alpengrasnelke nicht wegzudenken. Rudel von 20 und mehr Gemsen sind im Naturpark Schlern keine Seltenheit. Innerhalb des Parkgebietes horstet immer wieder der Steinadler, zudem nisten in den Schlernwänden Alpendohlen, Kolkraben, Felsenschwalben und Alpensegler.
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